Zulakis
12. Juli 2010 - 20:40 Uhr
Da es hier glaub ich auch noch ein paar mehr Hamburger gibt, noch niemand ein solches Topic eröffnet hat und der Volksentscheid kurz bevor steht eröffne ich mal dieses Topic.
Der Hamburger Senat versucht seit geraumer Zeit eine Schulreform durchzubringen, welches die ehemalige Grundschulzeit nun "Primarschule" von 4 auf 6 Jahre verlängern, und das Elternwahlrecht nach der 4. Klasse abschaffen soll.
Dagegen wehrt sich seit 2 Jahren die Elterninitiative "Wir wollen lernen" www.wir-wollen-lernen.de
Wir wollen lernen hat es geschafft, bei dem auf die "Volksinitiative" folgenden "Volksbegehren" knapp 200.000 Stimmen zu sammeln. Daraufhin folgten Verhandlungen mit dem Senat, welcher allerdings Stur blieb und nicht mit sich reden ließ. Nun wird seit 5 Wochen per Briefwahl abgestimmt und am 18.07 kann man auch in allen Hamburgern Wahlämtern wählen gehen.
Infos über die folgen der Reform kurz und kompakt gibt es hier:
http://www.schulreform-check.de/schulrefor...eformcheck.html
Hier für alle die sich etwas ausführlicher damit befassen wollen:
http://www.wir-wollen-lernen.de/391/warum-...e-primarschule/
In Hoffnung auf ein paar nette Diskussionen
LG Zula
Justen014
12. Juli 2010 - 20:48 Uhr
Bin zwar kein Hamburger, aber so wie ich das gesehen hat, spricht fast alles dagegen. Grundschule 4 Jahre reicht vollkommen aus und ist denk ich auch mal die bessere Lösung. Eine Primärschule hat in meinen Augen nur Nachteile...
Meister Rahl
12. Juli 2010 - 21:00 Uhr
Das neue System ist zwar scheiße, aber das alte Schulsystem ist völlig überholt und eher noch schlimmer.
Ich muss zwar zugeben das es mich in der Hinsicht sehr geprägt hat auch nur einmal auf der anderen Seite zu stehen und die dämlichen FDPler und ihre von ihnen entsprechend gepolten Kinder zu erleben. Aber ich hab auch in diesem Fall versucht die Argumente der anderen zu verstehen und nachzuvollziehen und eigentlich bin ich dann relativ gut darin Dinge etwas objektiver zu sehen. Nur in diesem Fall kann ich es einfach nicht einsehen was man mit dem alten Scheiß noch will. Ich weiß ja auch noch aus Erfahrung was für ein dämlicher Dreck dieses Schulsystem ist das wir in Deutschland haben.
Meinen Kindern würde ich das nicht antun. (sollte ich jemals welche haben versteht sich).
MfG, Rahl
Zulakis
12. Juli 2010 - 21:10 Uhr
Danke für deine Antwort Rahl, ich finde das heutige Schulsystem auch ziemlich grottig. Die Schulreform, welche unsere Schulsenatorin durchzusetzen versucht, macht das ganze aber nur noch schlimmer. In Niedersachsen wird ein ähnliches System gerade abgeschafft, in Brandenburg (Letzter Platz bei Pisa) besteht dieses noch.
Übrigens: Es läuft gerade eine Diskussion zwischen Pro und Contra Schulreform auf Tide mit Walter Scheuerl, also lohnenswert anzuschauen für die jenigen die das Thema interessiert.
meganitrus
12. Juli 2010 - 22:31 Uhr
Also in der Schweiz haben wir ja die Primarschule welche meiner Meinung nach Sinn macht, da man das Lernen lernen muss und sich auf die Lehre, das Geschäftsleben usw. vorbereiten können soll. (Was bei mir jedoch nicht der Fall ist da ich damals nicht lernen musste und jetzt voll ablose <.<)
Tiuri
13. Juli 2010 - 13:41 Uhr
In der Schweiz bereitet man sich in der Primarschule auf den Übertritt in die Oberstufe vor, und nicht auf das Berufsleben.
Zum Topic kann ich nicht viel sagen weil ich das Deutsche Schulsystem nach 1000 maler Erklärung immernoch nicht ganz verstehe
Zulakis
13. Juli 2010 - 15:34 Uhr
meganitrus sagte am 12.07.2010, 22:31:
Also in der Schweiz haben wir ja die Primarschule welche meiner Meinung nach Sinn macht, da man das Lernen lernen muss und sich auf die Lehre, das Geschäftsleben usw. vorbereiten können soll. (Was bei mir jedoch nicht der Fall ist da ich damals nicht lernen musste und jetzt voll ablose <.<)
In deinem ersten Satz geht es ja um das Schulsystem im ganzen, und nicht speziell darum, wie lang denn nun die Grund/Primarschule andauert. Eben das was du in Klammern schreibt ist eine der Hauptkritikpunkten an der Schulreform. Bei mir war es ähnlich, in den 4 Jahren Grundschule hab ich nie irgendetwas lernen müssen und hab dann auf der weiterführenden Schule erstmal tierisch abgekackt weil man da eben doch was tun musste, ich aber wie gesagt dieses "lernen lernen" nie hatte. Wäre das noch 2 Jahre so gewesen...
@Tiuri
Das "deutsche" Schulsystem gibt es auch nicht wirklich, das entscheiden die Bundesländer (Kantone) großteils selber. Geht ja bei der Reform auch nur um Hamburg und nicht um ganz Deutschland.
Ganz Grob ist es aber so das man 4 Jahre zur Grund/Primarschule geht und danach auf eine weiterführende Schule. Was für weiterführende Schulen es gibt unterscheidet sich aber auch ziemlich je nach Bundesland.
David
13. Juli 2010 - 18:43 Uhr
Ich finde es schlecht, dass Bildung Ländersache ist. Es sollte ein einheitliches Schulsystem geben, dass von Grund auf erneuert wurde. Die Bayern prahlen meistens, dass ein Abitur in Bayern hoheren Anforderungen unterliegt, als eins in Norddeutschland. Das sollte man nicht in dieser Weise verallgemeinern, zudem wird in Bayern meistens toleriert, wenn man der hochdeutschen Sprache nicht mächtig ist. Ich finde diesen Akzent grauenhaft und wenn dieser noch im Englischen zur Geltung kommt...
Ich sehe keinen Grund, der dafür spricht, das Schulsystem in Hamburg zu reformieren, außer den Steuerzahler mit unnötigen Mehrkosten zu belasten. Man sollte dieses Geld lieber in die Ausstattungen von Schulen investieren oder kleinere Klassen anzustreben, in dem neue Lehrkräfte angestellt werden. Auch könnte man kleine Lerngruppen für Schüler bilden, die besondere Schwierigkeiten haben. Diese könnten dann den Stoff nachholen, ohne zu einer meist unqualifizierten Nachhilfe zu gehen.
Dieser Beitrag wurde von David bearbeitet: 13. Juli 2010 - 18:46 Uhr
Izzuv
13. Juli 2010 - 19:21 Uhr
David sagte am 13.07.2010, 18:43:
Ich finde es schlecht, dass Bildung Ländersache ist. Es sollte ein einheitliches Schulsystem geben, dass von Grund auf erneuert wurde. Die Bayern prahlen meistens, dass ein Abitur in Bayern hoheren Anforderungen unterliegt, als eins in Norddeutschland. Das sollte man nicht in dieser Weise verallgemeinern, zudem wird in Bayern meistens toleriert, wenn man der hochdeutschen Sprache nicht mächtig ist. Ich finde diesen Akzent grauenhaft und wenn dieser noch im Englischen zur Geltung kommt...

So ein Schmarrn! Etwa 10% der Bayern sprechen auch Urbayrisch. Ausserdem haben diese dann in den meisten Fällen kein Abitur. Wer hier verallgemeinert kann man wohl unbesorgt ganz subjektiv beurteilen.
Änd of kuas wi spiek werry gut Inglisch, or whu säs samfing els?
David
13. Juli 2010 - 20:18 Uhr
Izzuv sagte am 13.07.2010, 19:21:
David sagte am 13.07.2010, 18:43:
Ich finde es schlecht, dass Bildung Ländersache ist. Es sollte ein einheitliches Schulsystem geben, dass von Grund auf erneuert wurde. Die Bayern prahlen meistens, dass ein Abitur in Bayern hoheren Anforderungen unterliegt, als eins in Norddeutschland. Das sollte man nicht in dieser Weise verallgemeinern, zudem wird in Bayern meistens toleriert, wenn man der hochdeutschen Sprache nicht mächtig ist. Ich finde diesen Akzent grauenhaft und wenn dieser noch im Englischen zur Geltung kommt...

So ein Schmarrn! Etwa 10% der Bayern sprechen auch Urbayrisch. Ausserdem haben diese dann in den meisten Fällen kein Abitur. Wer hier verallgemeinert kann man wohl unbesorgt ganz subjektiv beurteilen.
Änd of kuas wi spiek werry gut Inglisch, or whu säs samfing els?
Mir geht es nicht um Urbairisch, sondern um diesen bairischen Akzent. Das wird sogar soweit toleriert, dass in einem Forum einer Schule kein Schriftdeutsch verwendet, sondern die phonetische Schreibweise des bairischen Akzents. In den Klausuren sieht es aber anders aus. Natürlich möchte ich nichts pauschalisieren, aber mir sind einige hochnäsige und überhebliche Bayer begegnet.
Zulakis
13. Juli 2010 - 21:09 Uhr
David sagte am 13.07.2010, 18:43:
Ich sehe keinen Grund, der dafür spricht, das Schulsystem in Hamburg zu reformieren, außer den Steuerzahler mit unnötigen Mehrkosten zu belasten. Man sollte dieses Geld lieber in die Ausstattungen von Schulen investieren oder kleinere Klassen anzustreben, in dem neue Lehrkräfte angestellt werden. Auch könnte man kleine Lerngruppen für Schüler bilden, die besondere Schwierigkeiten haben. Diese könnten dann den Stoff nachholen, ohne zu einer meist unqualifizierten Nachhilfe zu gehen.
Danke, du sprichst mir aus der Seele.
Würd mich auch über ein paar posts von ein paar hamburgern freuen, abgestimmt haben ja schon einige^^
Izzuv
13. Juli 2010 - 21:16 Uhr
Ich hätte "Stimme nicht ab" und "Bin kein Hamburger" getrennt. Ist eigentlich sehr interessant zu erfahren, wie viele sich überhaupt dafür interessieren.
Zulakis
13. Juli 2010 - 21:28 Uhr
Ist mir auch 10 Minuten nach dem erstellen eingefallen :S Und da gab es schon ein paar Abstimmungen da wusste ich nicht wie sich das auswirkt.

Deville
13. Juli 2010 - 22:53 Uhr
Habe nur den ersten Post gelesen und es kam mir sehr bekannt vor: In unserem Kanton in der Schweiz dauert die Grundschule, welche bei uns auch Primarschule heisst, ebenfalls 6 Jahre. Danach nochmals 3 Jahre Oberstufe und dann ist die obligatorische Schulzeit zu Ende. Bei uns gibt es keine Probleme mit dem System und soviel ich weiss denkt auch niemand daran, was grundlegendes zu ändern.
Nur ein Frage: Was ist ein "Elternwahlrecht"?
Gegi14
14. Juli 2010 - 00:22 Uhr
Glaub kaum dass die Umstellung des Schulsystems allein etwas bewirkt, außer dass sie Unmengen an Steuergeldern verschlingt. Bessere Aus-/Weiterbildung der Lehrer, kleinere Klassen und Sozialpädagogen an den Schulen würden sicher mehr bringen. Gibt/Gab ja bei uns ne ähnliche Diskussion bezüglich Gesamtschule, aber da ist außer ein paar Schulversuchen nicht viel rausgekommen.