Meister Rahl sagte am 21.08.2009, 21:24:
Auch wenn der Spruch vielleicht abgedroschen klingt, aber ein kleiner Staat wie Costa Rica ist nicht Deutschland und man kann das eben nicht so einfach vergleichen. Ich wette die haben einen extrem viel niedrigeren pro Kopf-Verbrauch (fehlende Schwerindustrie etc.) und ganz andre Lebensumstände. Deutschland könnte seine Armee auch kaum komplett auflösen.
Da gebe ich dir wirklich vollkommen Recht, es ist natürlich eine völlig andere Situation, Wasserkraft spielt dort auch eine entscheidende Rolle, die kann hier im Vergleich auch nur in wesentlich geringerem Umfang genutzt werden. Es war halt einfach ein Beispiel dafür, dass sich durchaus etwas verändern kann. Die Wasserkraftwerke und die umweltschonende Politik ist dort ja auch nicht von alleine entstanden, dazu benötigt es Politiker die dies wirklich stark vorantreiben, die bereit sind regenerative Energien so weit zu fördern dass sie in großem Maßstab genutzt werden. Und Politiker die dies vertreten sind bei uns doch eher rar in der Regierung gesäht oder nicht? Costa Rica ist für mich trotz adnerer Umstände ein absolutes Vorbild in diesen Sachen, ich bin einfach der Meinung dass in Europa alles viel zu schleppend geht... Tausend Diskussionen über Klimawandel um dann ein Paket zu verabschieden dass wieder sagt "Bis 2040 wollen wir das und das erreichen", statt eben zu beschliessen "Wir stellen ab sofort diese Summe bereit um damit alternative Energien zu fördern, Ökostrom aus dieser und jener Quelle wird in Zukunft mit so und so viel Cent pro Kilowattstunde subventioniert um die Gewinnung lukrativ zu machen". Ja das kostet Geld, unmengen Geld. Aber es kostet ebenso Unmengen Geld marode Banken zur retten, und was ist das kleiner Übel? Die Wirtschaftskrise oder der Klimawandel? Gegen die Zerstörung der Umwelt sind abschmierende Börsenkurse ein Witz. In der Jahrtausend-Zeitung der Weltgeschichte die Schlagzeile "Menschheit zerstört ihre eigene Lebensgrundlage", als kleine Randnotiz auf Seite 34 unten in der Ecke "Wirtschaftskrise nach der Jahrtausendwende".
Meister Rahl sagte am 21.08.2009, 21:24:
Wie gut informiert bist du? Also soweit ich weiß verbraucht das durchschnittliche Windkraftwerk in Deutschland mehr Energie bei der Herstellung als es in seiner Laufzeit einbringt.
Sorry Rahl, aber da muss ich dich eines besseren belehren :S
http://www.umweltfondsvergleich.de/lexikon/energiebilanz.php
Meister Rahl sagte am 21.08.2009, 21:24:
Und nein es ist nicht möglich das hier so schnell zu erreichen. Es gibt KEINE Methode der nachhaltigen Energieproduktion um unseren jetzigen Bedarf irgendwie zu decken. Uns komplett darauf umzustellen ist ein langwieriger Prozess, inklusive unzähliger Umstellungen unseres Lebenstils und von Produktionsabläufen um Energie zu sparen. Subventionen machens auch nicht wirklich besser. Oder hast du noch nicht gehört das viele Windkraftwerke zeitweise abgestellt werden weil es keine oder weniger Förderung gibt wenn sie eine gewissen Grenze an produzierter Energie überschreiten?
Oder das große Teile an Förderungsgeldern für Solartechnik inzwischen nur die Profite erhöhen? Die Leute kaufens für die Preise ja trotzdem, weils gefördert wird. Das die Produktionskosten sinken muss man ja nicht weitergeben.
Es ist nunmal nicht alles Gold was glänzt
Sehe ich nicht so. Klar kann man nicht mal eben in einem Jahr rieseige Windparks hinstellen, überall wo's funktioniert ein Geothermiekraftwerk bauen, auf jedes Dach Solarzellen packen und jeglichen Biomasse Abfall in Biomassekraftwerken zur Energiegewinnung nutzen. Wenn man all die vorhandenen Techniken ausnutzen würde würde es den Strombedarf decken, wieso auch nicht? OK, Wind ist nich konstant und somit ist das natürlich keine wirkliche Lösung, aber bei guter Leistung würde 1% der Fläche Deutschlands mit Windparks belegt ausreichen um den Energiebedarf unseres Landes zu decken. Und dann willst du mir sagen man könnte nicht ausreichend Strom aus derartigen Quellen zur Verfügung stellen? Auch wenns Schwachsinn ist, aber blöd gesagt: Und wenn man 5% der Fläche mit Windräder zupacken muss, schön verteilt, irgendwo is immer Wind, dann wirds fast immer ausreichen.
Ich bin der festen Überzeugung, dass es mittlerweile locker möglich wäre unseren Energiebedarf ohne das Verbrennen von Kohle Gas oder Öl sowie Atomstrom zu decken.
Subventionen müssen natürlich sinnvoll sein, aber selbst wenn sie zu einem teil einfach nur den Gewinn erhöhen: Der Effekt ist doch trotzdem der richtige? Großer Gewinn lockt Unternehmer an, wenn großer Gewinn mit Windparks/Solaranlagen/Whatever gemacht wird werden diese Unternehmer genau das bauen. Und das ist doch das was erzielt werden soll, also wo ist das Problem?
Natürlich sehr vereinfacht gesagt, Subventionen müssen sinnvoll verteilt werden um einen positiven Effekt zu bewirken, aber bevor man Subventionen zahlt um weiter Kohle aus der Erde zu kratzen und in den Ofen zu werfen kann man das Geld weitaus sinnvoller verwenden.
Meister Rahl sagte am 21.08.2009, 21:24:
Was tatsächlich ein Problem ist das man in Deutschland immer noch Ressourcen für mehr und schnellere Innovation übrig hat. Hier und da könnte man durchaus einige Forschungsprojekte unterstützen. Und Biodiesel "II" könnte wohl auch mehr gefördert werden. Aber viele Projekte haben keine Geldprobleme sondern Bürokratieprobleme. Zudem erfordert ehrgeizige Umweltpolitik tiefe Einschnitte in das Leben das Bürgers und auch dessen Engagement wird mehr gebraucht. Aber welcher Politiker will den Leuten schon so schnelle und offensichtliche Änderungen aufzwingen, ist nicht gut für die Umfragen. Die Geldbörse spürt das Problem ja, aber das ist eher ne Sache die von der Wirtschaft ausgeht als vom Staat. Fördert nachhaltige Energien ungemein, leider...
Du hast absolut und vollkommen Recht, genau das ist das Problem. Quasi jeder Politiker denkt bis zur nächsten Wahl, schmerzvolle Einschnitte sind dann natürlich seltenst umsetzbar, man will ja keine Wählerstimmen verlieren..
Der Hauptgrund warum ich nicht wirklich Demokratiebegeistert bin, das Problem ist nur das alle anderen Systeme noch schlechter funktionieren >.<
Zum letzten muss ich dir wiederum Recht geben: Es geht keineswegs um die Welt, die Welt wirds überleben. Es geht auch nicht um "das Leben", Leben wird in irgendeiner Form fortbestehen egal was wir fürn Mist bauen.
Aber es geht eben um unser Überleben. Und ist das nicht Grund genug um was verändern zu wollen? Ich meine, wenn man die Denkrichtung die du beschreibst (und in die ich nur allzu oft auch tendiere) konsequent weiterführt müsste man eigentlich alles daransetzten ein paar schön gefährliche Krankheitserreger so weit wie möglich zu verbreiten. N paar biologische kampfstoffe in Tokio versprühen, das ist Umweltschutz pur! SChliesslich ist die Welt ohne uns Menschen doch viel besser dran, oder?
Ich denk ihr wisst was ich meine, aber das kann ja nicht die richtige Sichtweise sein, oder?
Achja, ansonsten noch Thx Rahl dass wir mal wieder ne gute Diskussion hinbekommen, das war die letzten Wochen für meinen Geschmack mal wieder zu wenig in der RSC vertreten. Da macht es richtig Laune sich hinzusetzten und seine Argumente auszuformulieren
Btw: Wo bleibst du Misch, misch dich ein =)