Aaaaalso, erstmal noch ein paar Informationen zum Punkt Themenpartei/nicht regierungsfähig:
Die Piraten wurden als weiche Themenpartei gegründet, d.h. sie hatte nicht den Anspruch mit einem Vollprogramm anzutreten, das ist völlig richtig. Sie ist damit zum aktuellen Zeitpunkt sicherlich nicht in der Lage eine vollständige funktionierende Regierung zu bilden, aber davon spricht ja aktuell eh niemand, es geht einfach um die Einflussnahme, natürlich vor allem in den Kernthemen.
Aber:
Auf dem letzten Bundesparteitag wurde hitzig diskutiert, mit dem Ergebnis, dass eine langsame thematische Ausweitung des Parteiprogramms stattfinden soll. Das war und ist durchaus umstritten, ein Teil der (vor allem Gründungs-)Mitglieder sähe es lieber wenn man bei den Kernthemen bleibt und versucht bei diesen Änderungen zu erreichen. Aber so wird es wohl nicht laufen, es gibt mittlerweile Ressorts und Arbeitsgruppen zu quasi allen politischen Themen, darunter Außernpolitik, Wirtschaftspolitik, Bauen und Verker sowie Rente. Siehe hier:
http://wiki.piratenpartei.de/AG-Kommission/AG-Liste
Das Parteiprogramm wird stetig erweitert werden, und dass die Piraten in vielleicht 5 Jahren in der Lage sind mit einem Vollprogramm anzutreten halte ich für gut möglich (wenn die Mehrheit der Mitglieder dies begrüßt).
Die Piraten für "allgemein nicht Regierungsfähig" zu erklären halte ich deshalb für falsch, das vielgenannte Beispiel sind ja die Grünen, die auch in gewisser Weise mit einigen Kernthemen gestartet sind.
Beim Namen muss ich ebenfalls zustimmen, dieser wurde zwar aus bestimmten Gründen gewählt (siehe
http://wiki.piratenpartei.de/Name), ich persönlich halte ihn aber auch für eher hinderlich... :S
@Jiraya:
Ja, die Piratenpartei ist Teil einer internationalen Bewegung, mittlerweile gibt es in den meisten europäischen Ländern eine Piratenpartei bzw. befindet sich momentan in der Gründungsphase.
Hier die Website der Piratenpartei Österreich:
http://www.piratenpartei.at/
Die generelle Ausrichtung sollte sehr ähnlich sein, ob und wie sich manche Themen vielleicht etwas unterscheiden weiß ich allerdings nicht
Zu Dole weiß ich eigentlich gar nicht was ich sagen soll, wer Wahlrecht nach Lohn fordert, oh weh...
@Viperlo:
Etwas weniger "wüste" Kritik und etwas mehr sachliche Kritik wäree nützlich, dann ließe sich auch leichter darüber sprechen...
Ich hätte mal eben eine Bitte an dich, das ist rein persönliches Interesse, ich würde mich wirklich sehr freuen wenn du das mal eben machst. Geh mal eben auf die Seite vom letzten Wahl-O-Mat:
http://www.wahl-o-mat.de/bw/
Und beantworte dort die Fragen, lokalpolitisches zu dem du keine Meinung hast halt einfach Überspringen. Dann wähl mal bitte am Ende die etablierten Parteien sowie die Piraten aus, und sag mir wie dort die Verteilung bei dir aussieht, gerne per PM.
Das würde mich wirklich interessieren, wie das Profil bei einem offenbar strikten Gegner der Piraten aussieht, wär echt klasse
Zum Post:
Aus welchem Grund kommst du zu der Aussage, die Piraten seien "unseriös"?
Der Alterschnitt ist sehr viel niedriger und der Umgang untereinander oft etwas informeller, ja, aber was man nicht vergessen darf: Die meisten Mitglieder der Piraten betreiben Politik aufgrund zweier Dinge, weil sie etwas ändern wollen und, ja, ganz richtig: aus Spaß.
Es wird wohl keinen Piraten geben der dabei an seine mögliche politische Karriere denkt, wie es in den etablierten Parteien leider häufiger der Fall ist.
Und bei der heutigen "Politikverdrossenheit", tut es da nicht gut zu sehen dass es auch Leute gibt, die Spaß an der Politik haben? Ich denke ja.
Das Ganze dann als unseriös zu bezeichnet halte ich für Unsinn, es werden jegliche Anforderungen an eine reguläre Partei mehr als erfüllt, es findet Landes- und Bundesparteitage statt etc., und nein, das sind dann keine Spaßveranstaltungen, dort wird wie bei jeder anderen Partei diskutiert und abgestimmt.
Dass häufig auf das Parteiprogramm verwiesen wird halte ich für völlig legitim, und das meine ich jetzt auch Parteiübergreifend, nicht nur auf die Piraten bezogen. Denn ganz ehrlich: Nur ein Bruchteil der Leute hat sich das Programm wirklich mal angesehen, und viele der Fragen die Leute stellen beantworten sich von selbst wenn man im Parteiprogramm nach dem entsprechenden Punkt sucht.
Zum Punkt inhaltlos würde ich mich freuen wenn du mir eine Begründung nennst, bin mir nicht ganz sicher was du meinst. Meinst du unzureichende Inhalte zu den angesprochenen Themen, oder findest du dass dort zu viele Themen fehlen?
Zur "Aufhebung des Copyright" ist zu sagen: Die Piraten wollen keinesfalls eine allgemeine Aufhebung des Copyright, das ist schlicht falsch, es soll das Copyright angepasst und in einzelnen Teilbereichen ggf. entfernt werden. Das klingt tatsächlich nicht gut, aber ich werde es mal eben erklären:
Die Piraten sind der Meinung dass diese aktuellen Rechte der heutigen Situation nicht angemessen sind, und es einfach keine dauerhaft sinnvolle Lösung ist dies zu ignorieren, stattdessen sollte man nach neuen Lösungswegen suchen.
Man kann sich noch so sehr an die alten Vorstellungen des Copyrights klammern, Tatsache ist doch, es funktioniert einfach nicht mehr. Ich wette mit dir, dass hier im Forum kaum ein User zu finden ist, der keine "illgealen" MP3s besitzt. Sei es über Filesharing, von Youtube runtergeladen oder einfach nur von nem Freund kopiert, quasi jeder hier besitzt "illegale" MP3s. Und eine Tatsache ist, dass sich das nicht ändern lässt! Es geht nicht zu kontrollieren, und es geht nicht zu verhindern, man kann schließlich nicht ein mal monatliche alle Datenspeicher in Deutschland kontrollieren, oder wie stellst du dir das vor?
Und die aktuelle Haltung vieler ist, dass das einfach ignoriert wird. Jeder hier weiß dass alle hier "Raubkopien" besitzen, jeder weiß es, und ich denke auch jedem hier ist klar dass sich das nicht verhindern lässt. Und trotzdem stellst du dich jetzt hin und sagst es sei sinnvoll das gängige Recht beizubehalten, nach dem wir ALLE Kriminelle sind? Das macht einfach keinen Sinn, Punkt. Wenn du mir jetzt eine sinnvolle Lösungsmöglichkeit nennst, wie das zu ändern ist, nur her damit, ich bin ganz Ohr. Nur sieht es eben aktuell so aus, dass es einfach keine Sinnvolle Umsetzung der bestehenden Copyright-Gesetze geben kann, das ist heutzutage wohl einfach nicht mehr Möglich.
Die Konsequenz die daraus gezogen wird, ist dass die Urheberrechte dort wo sie sowieso mittlerweile sinnlos sind geändert werden, und alternative Verwertungsmethoden entwickelt werden. Das gilt jetzt übrigens im wesentlichen für die Musik und längst nicht allgemein...
Ich kaufe übrigens mittlerweile keine CDs mehr von Künstlern, die ich nicht im Vorfeld schon ne Weile gehört habe, andersrum kaufe ich aber eher mehr CDs als weniger, immer wenn mir ein Künstler wirklich gefällt hole ich mir auch das Album, egal ob ich die MP3s schon hätte oder nicht...
Gibts übrigens auch Studien zu, dass die ganzen bösen illegalen Filesharer letztlich doch am meisten Musik kaufen:
http://arstechnica.com/media/news/2009/04/...erage-folks.ars
Um das mal klarzustellen, ich bin damit auch nicht glücklick, keineswegs. Mir gefällt das nicht. Ich persönlich mag den Gedanken nicht.
Aber es ist wohl die einzige aktuell irgendwie logisch sinnvolle Lösung, auch wenn sie sicher nicht perfekt ist. Das ist einfach eine logische Schlussfolgerung, wenn du mir sagen kannst wo du etwas anders machen würdest sag es.
Und jetzt aber der Oberhammer, "freie Bahn für Pädophile".
Da ist wohl jemand "Tatort Internet" geschädigt, mir war ja klar dass das Sendeformat ernste Schäden anrichten kann, aber hier im Kreis der Menschen die sich mit dem Internet doch ziemlich gut auskennen? Verdammt, schlimmer als erwartet.
Wie oft wurdest du denn bereits von Pädophilen angeschrieben Viperlo, dass das eine Überwachung der Internetanschlüsse rechtfertigen würde?
Wir folgen dieser Argumentationsstruktur:
Es gibt verdammt viele Fälle häuslicher Gewalt, viele Vergewaltigungen finden im familiären Umfeld statt, wir müssen unbedingt in allen Häusern Überwachungskameras anbringen, die rund um die Uhr von eines Behörde überprüft werden, sonst gibt es freie Bahn für Vergewaltiger und Männer die ihre Frauen schlagen.@@@
Und natürlich sollten wir jegliche Telefongespräche in der Bundesrepublik abhören, sonst haben Terroristen ja freie Bahn@@@
Schön dass es immer noch die Totschlagargumente "Pädophile, Kinderschänder und Terrorismus" gibt, woran würde man sonst die Überwachungsfanatiker erkennen...
Apropos Totschlagargument:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Inn...in-1220814.html
Lächerlich, übrigens gibt es eine Auswertung der Zahlen des Bundekriminalamtes bezüglich der Zeit als die Vorratsdatenspeicherung in Deutschland ja schonmal aktiv war, und diese Auswertung zeigt, dass die Aufklärungsquote bei Internetkriminalität überhaupt nicht, ich betone noch mal, kein bisschen durch die Vorratsdatenspeicherung gestiegen ist!
http://www.golem.de/1101/81039.htmlDieser Beitrag wurde von big basti bearbeitet: 04. April 2011 - 15:04 Uhr