Ich sehe das ziemlich ähnlich wie Rahl.
Man darf das Thema natürlich nicht pauschalisieren, aber bei größeren Hollywood-Produktionen oder bei den auch nur etwas erfolgreicheren Bands, habe ich keine Sorge, dass die Künstler verhungern. Die Kinofilme scheffeln Jahr für Jahr mehr Geld in die Taschen von Produzenten und Schauspielern. Hast du dir mal die Filmschauspielergagen angeguckt? Hast du mal das Verhältnis von Ausgaben und Einnahmen bei aktuellen Kinoproduktionen gesehen? Von der Qualität her sehe ich da übrigens Nichts, was diesen Anstieg rechtfertigen würde, aber das ist eine persönliche Meinung.
Serienschauspieler verdienen meist einen fünfstelligen Betrag PRO EPISODE. Die populäreren Schauspieler verdienen sogar einen sechsstelligen oder siebenstelligen Betrag. Synchronsprecher von Zeichentrickserie verdienen ähnlich hohe Summen. Drehbuchautoren und Zeichner hingegen verdienen vergleichsweise wenig, aber bei denen wird das Geld auch nicht ankommen, wenn du bezahlst.
Auf diesen Plattformen geht es doch eben meist nicht um die kleineren Produktionen. Es geht um die üblichen Hollywood-Blockbuster, aktuellen Kinofilme und Serien. Ich schätze, dass sich ein Großteil der Nutzer auf dieses Angebot beschränkt. Die zehn Topserien und die aktuellsten zwanzig Kinofilme machen wahrscheinlich 80% der Streamingvorgänge auf diesen Seiten aus.
Eine relativ geringe Anzahl von Bands und Sängern macht einen Großteil des Musikgeschäftes aus. Diese verdienen allein mit ihren Konzerten mehr als genug Kohle. Wenn ich eine Band sehe, die mir wirklich gefällt, die noch relativ unbekannt ist, dann ist es logisch, diese auch mit einem CD-Kauf zu unterstützen. Aber ein Großteil der "Geschädigten" sollte sich lieber auf den Grund ihrer Berufswahl zurückbesinnen. Da ging es anfangs hoffentlich nicht nur ums Geldscheffeln, sondern auch darum, dass man möglichst vielen Leuten seine Musik und seine Texte nahebringen kann. Wobei ich glaube, dass es eher die Plattenfirmen und weniger die Künstler sind, die gegen die Downloads vorgehen wollen.
Bei den Produktionsfirmen und Plattenfirmen geht es nur um mehr und mehr Profit. Ich schätze, dass sie irgendwann einsehen werden, dass dies nicht mit der "Hau-Drauf-Methode" zu erreichen ist, sondern mit neuen kreativen und innovativen Konzepten. Das Internet ist viel zu tiefschichtig und im Kollektiv zu clever, letztendlich auch viel zu voll mit krimineller Energie, als dass die Firmen Seiten wie Kino.to dauerhaft besiegen können. Solange der Wunsch der Nutzer besteht, solche Angebote zu nutzen, wird es sie geben. Alle Polizeien und Geheimdienste der Welt sind selbst zusammengenommen gegen die Hackerkollektive und die Masse an illegalen Anbietern chancenlos, da sollte man sich keine Illusionen machen. Man muss also Angebote schaffen, die für beide Seiten fair sind. Ich denke, dass ein Großteil der Nutzer sich etwas Werbung gefallen lassen würde, wenn man dafür ein qualitativ gutes, zuverlässiges Streamingangebot bekommt. Denn die illegalen Angebote haben oft auch die Nachteile, dass die Qualität nicht besonders gut ist, der Sound nicht synchron läuft oder das Streaming einfach langsam ist, ganz zu schweigen von Viren und Betrugsversuchen. Das bisherige Vorgehen ist einfach nur naiv und unkreativ. Mit ein bisschen Cleverness kann die Wirtschaft mit Internetstreamingangeboten ein enormes Potential nutzen, was sich letztendlich auch in der Rechnungsbilanz spiegeln wird.
Ich zahle auch Geld für das Streamen von Filmen auf der Xbox via Zune. Dort bin ich sicher, dass die Qualität stimmt und es ist deutlich unkomplizierter. Zudem kann ich mit Freunden auf einem vernünftigen Fernseher den Film genießen (sicherlich geht dies auch auf dem illegalen Wege, aber das Know-How besitzt bestimmt nicht der Großteil der Bevölkerung

).