cl2135 sagte am 14.06.2009, 03:17:
Andere Menschen sind für mich auch irgendwie ein Stück weit ein Problem, also nicht die Menschen an sich, sondern die Unterhaltung mit denen, besonders bei Leuten die ich noch nicht kenne. Ich male mir immer aus wie eine Unterhaltung ablaufen könnte (und die kann furchtbar schief gehen wenn man so denkt wie ich) und sage dann meistens lieber gar nichts (Ich bin mir ziemlich sicher, dass das noch Nachwirkungen der Folgen vom Frage/Antwort Tick sind).
Sowas ist weiter verbreitet als es den Anschein hat, entweder ist das eine Sache die die Leute nicht so gern zugeben oder vielleicht vergessen das auch viele weil es so normal für sie ist, wie zum Beispiel bei mir.
Tatsächlich denke ich mir sogar die Antworten auf Posts, wie diesen hier, ständig weit im Voraus und male mir auch gern mal eine ganze Unterhaltung dazu aus.
Bei mir kam dies auf jeden Fall durch mein einst extrem geringes Selbstbewusstsein und eine gewisse "soziale Phobie" (an sich jetzt schwer zu erklären, die Symptome waren zwar ähnlich aber es war keine wirkliche Phobie). Die Gespräche hab ich mir vorher schon immer ausgemalt um zu wissen was ich sage. Meistens fanden die Unterhaltungen allerdings nie statt oder liefen wenn dann natürlich völlig anders als erwartet. Ich bezweifel auch das jemals wieder ganz los zu werden, aber an sich stört es mich auch nicht mehr, da ich es nicht mehr ständig mache und es keine andren Gedanken mehr verdrängt.
cl2135 sagte am 14.06.2009, 03:17:
Weder Tick, Zwang oder Angst, naja, vielleicht doch Tick, ich sage ziemlich oft direkt die Wahrheit/meine Sicht der Wahrheit (in vielen Fällen der Tod einer jeden Unterhaltung)
Würde ich nicht als Tick beschreiben nur weils den meisten nicht passt. An sich finde ich dieses Wort sowieso ziemlich dumm, es gibt nur die Tics beim Tourette-Syndrom. Alles andere sind nur gewissen Abweichungen von der Norm die gerne als Tick bezeichnet werden um die Leute abzuwerten die sowas haben. An sich also nur ein Zeichen von Intoleranz und Beschränktheit.
Für mich persönlich ist das Sagen der Wahrheit und vertreten meines Standpunktes eine Art von Selbstschutz. So wie ich früher (und manchmal auch jetzt noch) geschwiegen habe um mich zu schützen, gehe ich jetzt in die Offensive und rücke gleich damit raus was ich denke. Wer sowas nicht akzeptieren kann ist es sowieso nicht wert das man sich mit ihm unterhält (manchmal sogar das er überhaupt existiert). An sich muss man aber ja mit jeder Folge seines Handelns leben und ich kann nicht behaupten das die Folgen des Schweigens besser wären, für mich persönlich waren sie bisher sogar deutlich schlimmer.
cl2135 sagte am 14.06.2009, 03:17:
P.S.: Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Heilung.
P.P.S.: Der erste Schritt ist manchmal viel leichter als die weiteren, so ein Mist.
Manchmal. Das ist sehr situationsabhängig. Für mich war es gar nicht schwer, im Endeffekt fühlte ich mich mit der Erkenntnis sogar deutlich besser. Ich wüsste aus dem Stehgreif aber auch gleich mehrere Beispiele wo gerade dieser erste Schritt wohl tatsächlich das größte Problem ist.
Aber egal was es ist, daran zu arbeiten lohnt sich immer.
MfG, Rahl