Auch wenn du anderes behauptest Lati, du bist eindeutig ein Idealist.
Latituder sagte am 4.01.2011, 04:50:
Sie werden weiterhin eine Weltmacht bleiben. Zumindest militärisch werden die USA eine sehr lange Zeit unangefochten an der Spitze stehen. Die Logistik und Technologie wird auch China in nächster Zeit nicht kopieren können.
[...]
Man kann eben nicht alles einfach so kopieren.
Erzähl das mal den Leuten aus diesem kleinen antiken Stadtstaat in der Mitte von Italien der durch kopieren und sinnvolles Verbessern von Technologie alle übertrumpfte und ein Imperium erschuf.
Natürlich hat das auch Zeit gebraucht, aber im digitalen Zeitalter läuft alles schneller und die Chinesen haben bewiesen das sie verdammt gut im Kopieren und Stehlen von Wissen sind. Es gibt für sie auch keinen Grund die Amerikaner überall zu übertrumpfen, sie müssen nur relativ gut Aufschließen und den Rest erledigt die Überzahl.
So lange man Willens ist das Wissen anderer sich uneingeschränkt anzueigenen und genug Geld hat, was hält einen auf? Wenn die Chinesen ihre Soldaten so gut drillen wollen wie die USA ist das kein Problem. Das Militärtraining hat schon vor Jahrtausenden sein Maximum erreicht, geändert hat sich nur die Technologie und sich dadurch neu ergebende Taktiken, man musste nur willens sein sich dies anzueigenen.
Die USA werden nicht aufhören stark zu sein, aber uneingeschränkte Führung, wer so was behauptet beweist nur das er etwas anderes als den unbesiegten großen Bruder fürchtet, weshalb man mit den meisten hier auch nicht diskutieren kann.
Latituder sagte am 4.01.2011, 04:50:
Wirtschaftlich ist China sicherlich auf kurz oder lang die Nummer 1 in der Welt.
Kennst du das Land namens Indien?
Latituder sagte am 4.01.2011, 04:50:
Was ist denn die Essenz dieser Nation, dieses Kulturkreises? Die Essenz, die sich in den Jahrhunderten der Geschichte speziell in Deutschland ausgebildet hat, quasi die Lehre der Geschichte, ist der hohe Wert von Freiheit und Pluralität in fast jedem erdenklichen Sinne. Deutschland hat den hohen Wert der Freiheit auf einem der direktesten Wege schätzenlernen müssen (Nazi-Regime, DDR, wobei ich beides nicht vergleichen will). Dieses Wertesystem wurde in den Grundgesetzbüchern vieler Staaten in ähnlicher Form festgeschrieben. Dazu gehören die USA, Frankreich, England etc.. Sicherlich unterscheiden sich jedoch die Staaten in der direkten Umsetzung dieser Skala. Die Maximen selbst bleiben jedoch erhalten.
Und du willst kein Idealist sein, hörst du dir ab und auch selbst zu?
Deutschland musste 2 riesige Kriege führen und verlieren um Demokratie zu akzeptieren. Nach der ersten Niederlage wurde uns Demokratie aufgepresst und mit Gewalt wieder niedergemacht. Das 2. Mal hat nur ein gigantischer Schuldkomplex die Deutschen davon abgehalten etwas anderes als Demokratie zu akzeptieren.
Die Deutschen schätzen Demokratie eben nicht. Wir haben eine lächerliche Streikkultur und einen unglaublichen Unwillen Dinge zu verändern, was nur davon überlagert wird von der Lethargie, das man gegen Politik nur wettert aber nicht vorgeht und man deshalb von oben diktierte Dinge akzeptiert. Meiner Erfahrung nach wären die Deutschen alles in allem mit einem König viel zufriedener, da hätte man wenigstens nicht den Schuldkomplex das man eigentlich was ändern könnte es aber nicht tut, alles was die Regierung spricht wäre sowieso Gesetz und man kann ja sowieso nichts tun.
Latituder sagte am 4.01.2011, 04:50:
Ich bin kein Idealist: Sicherlich läuft auch in diesen Ländern einiges schief. Es wäre idiotisch zu behaupten, dass in Deutschland Demokratie und Freiheit auf dem idealsten erdenklichen Wege umgesetzt werden, jedoch zählt dieses System zu den MOMENTAN BESTEN auf der Welt. Ich will hierbei auch beständig auf die Wertung der Systeme meinerseits hinweisen, wobei mir viele Leute (Misch?) nicht zustimmen werden: Ich bin der Meinung, dass unser System besser ist als das der meisten anderen Kulturkreise, auch und speziell weil es die Möglichkeit zur eigenen Verbesserung, zu einer Art Evolution in sich selbst bietet (das zeigt auch unsere Geschichte, man beachte: Evolution, nicht Revolution, d.h. die Grundpfeiler sollten erhalten bleiben). Wichtig ist hier die Gewaltenteilung und der Stellenwert eines Verfassungsgerichts. Eben dies ist in anderen Wertsystemen nicht vorhanden.
Das System ist sicherlich ganz ok, auch wenn definitiv zu bürokratisch. Der Unwillen der Menschen ist wie gesagt eher das Problem. Das andere "Kulturkreise" schlechte Systeme hervorbringen ist hingegen eine engstirnige und eigentlich schon rassistisch zu nennende Ansicht, ich weiß zum Glück nur das man dich nicht als Rassist bezeichnen kann.
Nur weil du nichts anderes kennst heißt es nicht unser Weg zu leben und regiert zu werden sei der Beste. Ja es geht dir gut, aber das muss nicht am politischen System liegen. Ich fürchte nur es lohnt nicht da großartig auf dich einzureden. Derartige Wertvorstellungen sind Europäern zu fest eingeimpft, das legt man nicht so nebenbei ab.
Latituder sagte am 4.01.2011, 04:50:
Man sollte eben nur stolz darauf sein in einer Gesellschaft zu leben, die sich diese Werte zumindest de jure zur Maxime gemacht hat. Den Begriff "Stolz" meine ich in diesem Zusammenhang auch nicht plump und naiv, sondern ich setze ihn in Bezug zu einer Verpflichtung. Der Stolz sollte immer die Bereitschaft beinhalten, die Sache, auf die man stolz ist, zu verteidigen (keine dieser Aussagen steht übrigens in irgendeinem Bezug zur Ausländerdebatte oder Sarrazin).
Und glaubst du wirklich die meisten hier wären bereit zu verteidigen was sie da reden wenn es wirklich darauf ankommt? Und ich rede jetzt von Tod oder Leben, alles andere darunter ist keine ausreichende Prüfung von Moral und Willen.
Diejenige die bereit wären, wären dies nur aus Unwissenheit, aber so hat das natürlich auch immer funktioniert.
Latituder sagte am 4.01.2011, 04:50:
Niemand sollte sich der Illusion hingeben, dass Demokratie und Freiheit in der Welt langfristig auf dem Vormarsch sind und dass sich das auf kurz oder lang schon von selbst einpendeln wird. Überall auf der Welt und nicht nur in China, sondern auch in Europa (siehe die neuste "Wahl" in Osteuropa), werden diese Werte mit Füßen getreten.
[...]
Die Fehler wurden auch sicherlich in der Vergangenheit gemacht, als die Weichen für die Abhängigkeit gestellt wurden.
Wie schon gefühlte tausend Male in der Geschichte steht die "freie Welt" vor einem Dilemma.
Krieg ist auf keinen Fall eine Lösung, ob man nun überlegen ist oder nicht. Das zeigt nicht zuletzt der Afghanistan-Krieg. Wer Krieg führt verliert meistens dabei seine eigene moralische Überlegenheit.
Zudem hätte Krieg mit Mächten wie China (andere Kategorie) wohl unweigerlich die Einbüßung des materiellen Luxus zur Folge (zumindest mittelfristig), und das will man ja auf jeden Fall vermeiden.
Für jemanden der sich auf die Geschichte beziehen will scheinst du erstaunlich wenig über die Geschichte der Menschheit zu wissen.
Es ist richtig, Demokratie ist nicht auf dem Vormarsch, so wie die angeblichen Erfinder dieser Regierungsform, die Griechen, in ihrer späteren und glanzvollsten Zeit größtenteils von Monarchen regiert wurden oder die römische Republik zu einem Kaiserreich wurde.
Die Mächtigen wollen immer noch mehr Macht, das ist der Lauf der Dinge. Das kann nur verhindert werden wenn die Mehrheit gebildet und engagiert genug ist sie ständig daran zu hindern. Rein theoretisch ist dies nur im Kommunismus sicher möglich wenn die wichtigste Grundlage für ungleiche Machtverhältnisse eliminiert ist: ungleicher Reichtum.
Wenn du die Geschichte kennen würdest wüsstest du aber auch eins, Krieg ist immer eine Lösung, meistens nur kurzfristig aber dennoch erstmal recht effektiv. Und es ist auch nicht so als wären zwingend wir nach einem Krieg arm. Der Verlierer geht unter, der Gewinner kriegt die Beute, wenn China reich ist, wie geht es wohl dem der es besiegt? Das Problem mit der moralischen Überlegenheit ist das sie nur eine Illusion ist weil wir alle nur Menschen sind, aber diese Illusion etwas ist woran man sich im Moment gerne klammert weshalb man den Verlierer auch nicht völlig ausbluten kann, schade für die Amis...
Latituder sagte am 4.01.2011, 04:50:
*Um den Post jetzt nicht noch länger und umständlicher zu machen, schreibe ich das hier: Speziell der Kommunismus ist in meinen Augen einfach nicht umsetzbar. Es ist in meinen Augen auch aus der höchsten ideologischen und nicht nur historischen Sichtweise klar verständlich, dass es der Kommunismus nicht in der menschlichen Natur liegt und somit keine für die Menschheit anzustrebende Realität ist. Der Mensch ist eben noch von darwinistischem, ja tierischem Charakter. Hiermit will ich nicht aberkennen, dass der Kommunismus in seiner Reinform eine gute Ideologie ist. Sie funktioniert beim Menschen im gegenwärtigen Entwicklungsstatus bloß einfach nicht. Damit stütze ich mich nicht auf (ehemals) "kommunistische" Staaten. Der Kommunismus wird und wurde wohl von noch keinem Staat/Regime in seiner Reinform angestrebt. Im Falle China z.B. geht es spätestens heute um Machtsicherung.
Erkennst du eigentlich nicht die Widersprüche in deiner Sichtweise? Du redest von Moral und akzeptierst die tierische menschliche Natur. Entweder bist du bereit zu akzeptieren das die Menschen an sich arbeiten und höheres erreichen können oder du ergibst dich und akzeptierst das wir nur Tiere sind und hörst auf von moralischer Überlegenheit und friedlichen Wegen zu reden und hoffst einfach nur das die Chinesen ohne Atomwaffeneinsatz in einem Krieg besiegt werden können.
Ich empfehle dir wirklich einen dieser beiden Wege zu wählen oder dich mit solchen Themen gar nicht mehr zu beschäftigen. Alles andere ist verdammt anstrengend und nervenaufreibend, glaube mir.
firegoell sagte am 4.01.2011, 10:09:
@ Meister Rahl
Ich glaube das Helmut Schmidt einer der bedeutensten Politiker Deutschlands war und sich mit Politik auch immer noch exzelent versteht.
Mag ja sein, ich halte nur von heutigen Politiker nichts, also kannst du mich mit so einer Ansicht auch von gar nichts überzeugen.
firegoell sagte am 4.01.2011, 10:09:
Naja jedenfalls muss ich eins klarstellen. Sarrazin wäre ja nicht sonderlich berühmt, wenn er nicht von allen Seiten verhasst worden wäre.
Er hat es ja auch genau darauf angelegt, sonst hätte sich das Buch nicht verkauft. Ich frag mich jetzt warum du das klarstellen musst, hab ja nichts anderes behauptet.
firegoell sagte am 4.01.2011, 10:09:
Deutschland HAT ein Problem mit Integration. Er wollte eben etwas dazu beitragen.
Nein, wer wollte nur Geld verdienen und sich mit einem großen und lukrativen Knall in den Ruhestand zurückziehen, irgendwas anderes zu glauben ist illusorisch.
firegoell sagte am 4.01.2011, 10:09:
In Berlin funktioniert die Integraqtion einfach nicht.
Die bisherige Integrationspolitik kann man auch in die Tonne treten. Das Problem ist doch die Unterstellung die Integration im allgemeinen sei ein gescheitertes Konzept - und das ist der allgemeine Konsens.
Man muss sich eben mehr anstrengen und bessere Konzepte entwickeln, das ist die einzige vernünftige und sinnvolle Lösung, alles andere wird nur schlimme Folgen haben.
firegoell sagte am 4.01.2011, 10:09:
Am Anfang bekam er ja nicht mal die Chance sich zu verteidigen. Zu denken er sei ein Rechter ist falsch. Er war immer in der SPD und ist auch immer noch Sozialdemokrat. Er hat eine Debatte ins Rollen gebracht die dringend notwendig ist.
Und er ist der beste unter den Sozialdemokraten, die Partei hat sich ausverkauft und er hat sie doch alle noch übertrumpft.