-Ibbso- sagte am 6.12.2010, 17:04:
Zitat
Also ist es erlaubt, Leuten Ihre "Religion" - Ihre "Götter" wegzunehmen, also darf man Gefangenen ihre "Freiheit" wegnehmen. Man kann also problemlos und ungestraft Leuten "Liebe" entziehen...Magst Du noch 100 Beispiele mehr? Fängt dabei an, einem kleinen Kind den Glauben an den Weihnachtsmann wegzunehmen und endet dabei, jemanden zu lobotomieren - weil der Verstand besteht ja nur aus elektrischen Impulsen...
Ich habe keine Lust noch 80 mal zu sagen, dass ich es nicht befürworten kann, wenn nicht materielle Dinge "gestohlen" werden. Und du wirst bestimmt auch keine Lust haben 80 Gegenbeispiele zu suchen.
Religionen und Götter sind eine sache für sich, da will ich nun nicht drüber reden.
Liebe ist ein wichtiger Bestandteil des Lebens..er gehört zu einem vernünftigen Leben dazu. Gehört ein Onlinespiel dazu? Wenn du meinst. Gefangenen wurde die Freiheit schon weggenommen..Aus der Sicht eines anderen gesprochen: Nö, darf man theoretisch auch nicht, auch eines der wichtigsten Aspekte eines Lebens..Gehört ein Onlinespiel wirklich dazu? Willst du ein Onlinespiel mit Freiheit und Liebe vergleichen? Mir geht es darum, dass es keinen wirklichen Schaden gab. Auf Dauer gesehen war es sogar was gutes Und so toll das deutsche rechtssystem auch ist (ahaha), ich sehe den Sinn einer Bestrafung nicht, wenn man nichts macht, was anderen schadet.
Illegales downloaden, Drohungen übers Internet, Mobbing, mir völlig egal. Kann ich alles verstehen, wenn es bestraft wird. Aber das? Ich bitte dich, mir nochmal zu zeigen wo dabei der Schaden liegt. Begründe es bitte nicht mit einer Rechtslage, damit kann ich nix mit anfangen, denn Rechte kenne ich selber. Du darfst mich auch gerne für einen dummen Ignoranten halten, aber ich verlange nicht mehr als obriges. Und das sollte dir doch leicht fallen.
Ich halte Dich ganz und gar nicht für einen Ignoranten. Ganz im Gegenteil. Ich finde es gut, auf hohem Niveau mit Dir zu diskutieren.
Aber aus meiner Sicht siehst Du das Ganze zu abstrakt.
Der Gesetzgeber hat nicht umsonst in materielle und immaterielle Schadenersatzpositionen differenziert. Wobei die immateriellen Positionen naturgemäß deutlich schwerer faßbar sind.
Sicherlich läßt sich auch über den Sinn und Unsinn eines Onlinespiels (warum macht ein Mensch überhaupt Dinge, wenn Sie unsinnig sind) und auch die Priorität trefflich streiten. FÜr jeden dürfte die unterschiedlich hoch anzusetzen sein. Und hier liegt der springende Punkt. Im subjektiven Empfinden des Einzelnen. Hier kann man meiner Meinung nach keine allgemeingültige Aussage treffen.
Vielleicht verdeutlicht es dieses Beispiel (aus der echten Rechtspraxis) besser.
Ein Modellbauer hat mit viel Liebe über unendliche Stunden ein Segelschiff als Modell gebaut. Er hat hunderte Stunden an Zeit investiert. Es ist nunmal sein absolutes Hobby. Das Material, welches er verbaut hat hat nur ein paar Euro gekostet.
Jetzt kommt ein Trottel und macht ihm das Ding kaputt. Der weigert sich zu zahlen und es geht vor Gericht.
Der Richter bewertete die Arbeitsstunden, die er in sein Hobby gesteckt hat und verdonnerte den Tollpatsch, der es nicht einmal absichtlich gemacht hat (also fällt hier die Genugtuungsfunktion des Ersatzes völlig weg) zur Zahlung von 1500,00 Euro Schadenersatz.
Jetzt frage ich Dich. Was ist "sinnvoller"? Ein dummes Modellschiff, in das jemand hunderte Stunden Zeit "verschwendet" oder ein dummes Onlinespiel? Der Geldwert (Material und Memberkosten) sollten ähnlich sein.
Schadenersatz dürfte somit verständlich sein.
Jetzt kommt hier sogar noch die zweite Dimension - der kriminelle Hintergrund - hinzu. Jetzt erzähl mir bitte mit gutem Gewissen, es sei
kein Schaden entstanden. Für die Person, die es betrifft ist der Schaden da. Und nur darauf kommt es an. Wenn Dein Spielcharakter dir rein gar nichts "wert" ist, warum spielst Du denn überhaupt?
Nur mal so als Denkanstoß...