Dass "Killerspiele" mit dem Amoklauf zu tun haben, halte ich für totalen Schwachsinn. Allein statistisch gesehen ist es kein richtiger Anhaltspunkt. Ich schätze jetzt mal einfach aus Erfahrung, die ich im Freundeskreis gemacht habe, dass 70% aller Jugendlichen im Alter von 16-18 Jahren "Killerspiele" spielen, bzw. besitzen, wenn nicht sogar mehr. Dann ist die Wahrscheinlichkeit natürlich groß, dass die Amokläufer auch solche Spiele besitzen.
Ich denke aber nicht, dass Killerspiele noch allein dafür verantwortlich gemacht werden. Man ist nicht mehr ganz so naiv, wie bei vorigen Amokläufen und schiebt alles auf Counterstrike und Co. Zudem wurden sie in diversen Reportage Spiele als zu brutal für Jugendliche kritisiert, die überhaupt keine Jugendfreigabe erhalten hatten, also die die Jugendlichen gar nicht hätten besitzen dürfen. Wenn man schon die Spiele beschuldigt und davon ausgeht, dass sie quasi Amokläufer rekrutieren, dann sollte man sich konsequenterweise auch darum kümmern, dass keines der Spiele mehr in die Hände von Jugendlichen kommt. Es ist dann doch echt lächerlich, wie leicht man an 18+-Spiele erhalten kann. Ich finde es ehrlich gesagt seltsam, dass es (meines momentanen Wissenstandes nach) noch immer keine vernünftige Studie zu dem Thema "Einfluss von Gewaltspielen" auf Jugendliche gibt. Es gibt zwar einige Studien, die zu einem Ergebnis kommen, welches jedoch wieder im Widerspruch zu einer weiteren Studie steht. Statistisch gesehen (70% s.o.), könnte man ebenso sagen, dass das ausgiebige Essen von Pizza einen zum Amokläufer macht, bis nichts anderes bewiesen ist.
Ich persönlich halte es für enorm schwierig, Motive und Hintergründe des Täters festzumachen. Es handelt sich um extreme Einzelfälle, also auch um eine extrem seltene Konstellation von vermutlich (hauptsächlich) psychischen Krankheiten, familiären Problemen und Problemen in der Schule, bzw. mit Mitschülern, die schlecht oder eben gar nicht verarbeitet wurden (mangelnde Kommunikation) bis es dann zur "Explosion" kam. Hinzu kommt noch, dass der Täter einen relativ leichten Zugang zu Waffen hatte. Es gibt schließlich auch Leute, die schlichtweg wahnsinnig sind, also deren Taten sich mit keinerlei Motiven auch nur annähernd nachvollziehen lassen. Inwiefern welcher Faktor eine Rolle gespielt hat, ist zunächst pure Spekulation, auf die ich mich nicht einlassen will (im Gegensatz zu so manchem Fernsehsender). Von Außen her kann man wohl überhaupt kein Urteil fällen und eine Person zum potentiellen Amokkäufer deklarieren. Dementsprechend ist es auch extrem schwierig eine solche Tat wirklich zu verhindern. Man müsste enorm aufwändige Präventivmaßnahmen treffen, die auch keine Sicherheit vor einem Amoklauf bringen.
Generell sind sicherlich auch die Eltern Schuld, die sich vermutlich nicht genug für ihren Sohn und seine Gemütslage, die wahrscheinlich nicht ganz ungewöhnlich ist, interessiert haben. Aber dies ist häufig der Fall und es endet nicht immer in einem solchen Blutbad. Schon jetzt über gesamtgesellschaftliche Probleme und Zusammenhänge (Druck der Leistungsgesellschaft) zu reden, halte ich für verfrüht und übertrieben.
Zuletzt will ich noch Misch bzw. Quack zustimmen, der mal einen Vergleich gezogen hat, der einen vielleicht zum Denken anregt.
PS: Solche Beiträge, Sicherheit, sind doch einfach nur naiv, pauschalisierend, kurz gesagt dämlich. Man kann auf diese Weise kein Spiel beurteilen und lass dir von den vielen CS-Spielern sagen, dass das Spiel sehr wohl Taktik und Teamplay erfordert, vor allem auf einem höheren Niveau. Vielleicht stimmen diese Meinungen dein gut abgewogenes 3-Minuten-Urteil (minus Freezetime) um. Du könntest dich natürlich auch als Spieleredakteur irgendwo bewerben, was zur Folge hätte, dass du z.B. Half-Life wegen eingeschränkter Beweglichkeit eine 1/10 geben würdest, weil man sich die ganze Zeit in einem Wagon aufhalten muss.
Dieser Beitrag wurde von Latituder bearbeitet: 12. März 2009 - 16:56 Uhr